Eine Reise ans Ende der Welt… und darueber hinaus! (Teil 2)

9 01 2009

Hallo,

Es hat zwar einige tage gedauert, aber hier nun der naechste Teil meines kleinen Expeditionsberichtes!

6. Routine:

Um fuer euch ein wenig zu beschreiben, wie die Tage dort unten so abgelaufen sind, hier mal eine kleine Zusammenfassung der taeglichen Routine:

Am morgen um ca.7 wurden wir mit einer Durchsage geweckt und mit der 3-mal Taeglichen Begruessung des Begleitpersonals „Ladies and Gentlemen, it is 7:30 and your Breakfast is served. Bon Appetite!“ in den Essraum gebeten. Dort gab es dann morgens immer ein buffet mit allen moeglichen Koestlichkeiten und dann wurde fuer gewoehnlich mit Stephanie und ihrer Oma gegessen. Mittags gab es ebenfalls ein buffet und fuer abend hat man dan immer vorbestellen muessen (waehrend dem Lunch). Es gab jeden Tag ein anderes Thema nachdem das Essen bereitet wurde, da gab es dann zum Beispiel England Day, oder Norwegischer Tag oder auch Deutscher tag, wo es dann je nach Nation die Traditionelle Speise bereitet wurde. Zum Abendessen konnte man dann immer zwischen ca. 5 unterschiedlichen Speisen unterscheiden, wobei es aber auch immer nach dem Folgenden ablief: Suppe, Vorspeise, Hauptspeise und Nachspeise. Das Essen war wirklich sagenhaft! Ich hab selten so delikate Koestlichkeiten auf einem haufen gesehen! Hatte keine einzige Speise bei der ich sagen musste, sie haette mir nicht geschmeckt. Mein Lieblingstag war wahrscheinlich die Asiatischen Delikatessen, wo ich dann ein Gemuese, das irgendwie anders aber einfach lecker mit Reis zubereitet wurde genossen. :) Das Personal auf dem Schiff war ausschliesslich von den Philipinen und alle waren auserordentlich freundlich und hilfsbereit. Da gab es dann zum Bespiel Sheila und Nina, die mich immer gefragt haben wie es mir geht und ob sie mir was zum Essen oder Trinken bringen koennen. Soo nette Maedchen!

Anschliessend stand dann meisten eine erste Landung oder eine Zodiac (die Motorschlauchboote)Cruise an. Also gingen dann alle in den „Wetroom“, wo die (vom Schiff gestellten) nassen Stiefel, Jacken, Rettungswesten und alle saemtlichen nassen Anziehsachen zum trocknen hingen. Nachdem man sich dann in seine Wasserfesten Stiefel gequetscht hat (weil man ja so dicke socken anhatte ;) ), Regenjacke, Hose und Rettungsweste aufgezogen hat musste man sich dann in eine Reihe von Leuten anstellen um darauf zu warten in einen Zodiac steigen zu duerfen. In ein Zodiac duerfen 15 Leute, aber wir waren meist nur mit 12 Mann besetzt. In den Zodiacs sassen wir dann alle am Rand und haben uns an Seilen festgehalten. Ich habe immer Stephanies Oma, die schon ueber 80 ist, bewundert, denn sie stieg die heruntergelassene Leiter herab und ist jedesmal in den Zodiac geklettert und mit uns mitgefahren! Wahnsinn.

Von dort aus gings dann eben, je nach Landung oder Cruise, entweder fuer eine Stunde im Wasser herum zwischen Eisbergen und Robben oder eben auf Land. Bei den Cruisen durften wir dann immer entscheiden wo wir hin wollten und was wir sehen wollten, jedenfalls konnte uns das Team ueber ALLES was interessantes erzaehlen. Die leute waren einfach, wie bereits erwaehnt, unglaublich erfahren und informativ. Die Landungen waren fuer mich allerdings immer ein wenig spannender, denn dort durfte man tatsaechlich im Schnee toben! Meist gab es kleine rote Flaggen, die einen den Weg zeigten, den man folgen sollte. Die Wege waren je nach Steigung des Berges unterschiedlich lang, aber meist hat man fuer eine Route hin und zurueck -mit gelegentlichen Pausen zum Bilderschiessen- ca. 1 Stunde gebraucht. Der Schnee an der Antarktis ist… Gelb, Rot,Braun und Gruen… :) Keine Angst, nur an Pinguinnestplaetzen. ;) Denn die kleinen scheissen wirklich was das Zeug haelt in der Gegend rum… Aber bei den suessen kleinen Tierchen, wie kann man denn schon stinkig auf sie sein? :P Nein der Schnee ist sonst wirklich traumhaft und die Schneeflocken sehen tatsaechlich so aus, wie man sie aus papier auschneidet, so wie man sie immer malt. Ich hab garnicht gewusst, dass schneeflocken wirklich SO schoene Formen haben koennen! Doch der Schnee war nicht nur Menschenfreundlich, denn wenn man so durch den Schnee stapfte ist man jedenzweiten Schritt mal Knietief, mal huefttief eingesunken! :) Meist war das ganz lustig, aber nach einer Weile konnte es ganz schoen anstrengend und ermuedent werden. Vorallem wenn die Stiefel dann im Schnee stecken geblieben sind… Naja Ansonsten haben wir dann im Schnee Schneemaenner gebaut, Schneeballschlachten gehabt, Schneeengel gemacht und das witzigste war: Vom Berg im Schnee herunterrutschen! Man brauchte nichtmal ein Schlitten,denn aufm Po konnte man wirklich perfekt herunterrutschen! Es ging schneller und war ausserdem viel witziger. ;) Die Rutschrinnen wurden dann von den Expeditionsleitern am Morgen vorbereitet und am Mittag wurden sie dann ausreichend von jung und alt benutzt. :)

Die Landungen waren aber auch etwas ganz besonderes, denn man konnte tatsaechlich Fuss auf den Antarktischen Kontinent setzen! Ausserdem konnten wir endlich mal die Antarktis mit eigenen Haenden erkunden. :) Das war sowas besonderes! Dem ganzen Leben so nah zu sein! Wir waren nicht erlaubt den Tieren naeher als 5 Meter zu kommen, aber wie auch das personal uns immer sagte: Aber die Tiere waren erlaubt DIR naeher zu kommen! Und das taten sie auch! Entweder die kleinen Pinguine die ploetzlich in unseren Weg gewatschelt sind und sich dann dort einfach fuer eine halbe Stunde hingesetzt haben, oder die Robben, die einfach mit uns mitgeschwommen sind im Zodiac um sich dann neben uns an die Kueste zu legen. Es war einfach wahnsinnig wie mutig diese kleinen Tieren(oder grossen) sich einfach an uns heran getraut haben! Es war ausserdem natuerlich unglaublich cool einen kleinen Pingu neben sich sitzen zu haben. Oder wenn du da sitzt, ein kleiner Pingu, am Bauch herumrutschend, dich umkreist. Wahnsinnig toll war auch folgendes: Pinguine watscheln ja so vor sich hin, oder rutschen auf ihren Baeuchen umher, aber manchmal, wenn sie grade so laufen, sinken sie mit einem Fuss im Schnee ein und fallen einfach ganz plump auf ihre dick gepolsterten Baeuche. Das ist wirklich das lustigste Bild, dass man sich nur vorstellen kann!
:) Die Landungen waren gewoehnlich nach ca. 2 – 3 Stunden vorbei, was aber auch reichte, denn das Team machte sich alle Muehe uns die schoensten Plaetze in so kurzer zeit zu zeigen.

Somit ging es also auf ca. 10 Landungen wobei ich einfach jede unglaublich genoss und immer ein wenig traurig war, wenn es dann zurueck aufs Schiff ging.

Ansonsten auf dem Schiff: Wenn man zurueck von den landungen oder Cruisen kam hing man nasse sachen im Wetroom auf und anschliessen ging man fuer gewoehnlich in die Observation lounge, wo es Tee, Kaffee, Getraenke und Kekse gab. Der Raum war riesig und alle Lesungen wurden dort abgehalten und auch alle Feiern wurden dort veranstaltet, die Waende des Raumes waren, bis auf eine, voller riesiger Fenster und somit konnte man auch tagsueber einfach in der Waerme die wunderschoene Natur bestaunen.

7.WALE:

Wir haben auf unserem Trip so einige Wale und Delphine betrachten koennen. Die meisten waren jedoch so weit entfernt, dass es mir unmoeglich erschien ein Bild zu schiessen. Meistens gab es urploeztlich eine Durchsage, dass wir alle eine Herde von Buckel,Blau oder Orcas nordwest oder (wo auch immer) sehen konnten! Und dann rannte man auf die Bridge und konnte tatsaechlich, meist in weiter Ferne, die gigantischen Flossen bestaunen. Doch manchmal hatten wir wirklich grosses Glueck und kamen wirklich nah an die groessten Lebewesen der Erde heran! Die gigantischen Flossen aus dem dem Wasser ragen zu sehen, das Wasser spritzen, wenn sie in die Luft pusten war wirklich spektakulaer! Aber nicht nur das, denn einige Male hatten wir ungewoehnliches Gleuck! Wie ihr auf den einen Bildern sehen koennt wurde unser Schiff tatsaechlich von einer Horde Orkas umringt, die dann auch einige Minuten mit uns mitgeschwommen sind!! Die Orkas sind im Grunde gingantische Schwarz/weisse Delphine die von den Amerikanern undliebevoll „Killer whales“ genannt werden. Als die Orkas mit uns mitschwammen stuermten alle ganz wie verrueckt auf das Deck und staunten und schossen Bilder. Ich hab in dem Moment einfach kein Wort herausgebracht! Denn ich war einfach so ueberwaeltigt.

Ansonsten haben wir noch ganz viele Delphine am rueckweg gesehen, die auch mit uns mitgeschwommen sind, aber wesentlich kuerzer und leider waren sie nur ganz schlecht sichtbar. Naja aber die Tatsache zaehlt ja!!

8. Unendliche Tage:

Wie ihr Sicher schonmal irgendwo gehoert oder gelesen habt, wird es im Sommer an der Antarktis nicht wirklich Nacht. Und wow. Ihr glaubt nicht wie verrueckt das sein kann! So richtig dunkel wurde es nie so wirklich, nur zwischen 2 und 6 Uhr morgens verschwand die Sonne mal und der Himmel faerbte sich meist Rot oder violett! Leider hab ich das nur sehr selten miterlebt, denn meistens habe ich zu dieser zeit geschlafen, erschoepft von den unglaublichen Dingen die ich Tagsueber so zu Gesicht bekommen habe!

9. Weisse Weihnacht:

Am Schiff gab es einen Musiker mti dem Namen Steward, der unbedingt an Heilig Abend eine grosse Weihnachtsshow praesentieren wollte. Er ist angeblich Songwriter und hatte das Stueck selbst geschrieben… Das hat er am ersten Tag an der Antarktis mir und Jorgen eroeffnet, da ihm wohl jemand gesagt hatte, dass wir auch Musik machen wuerden. Er hat dann also den Jorgen ueberredet die Stuecke auf seiner Geige zu begleiten und nachdem ich den Jorgen nicht alleine da haengen lassen wollte, hab ich mich dann auch bereit erklaert bei einem Stueck gesanglich mitzuwirken. Steward war ueberwaeltigt von der Musikalischen zusammenarbeit und nach 3 Tagen hatte er zusaetlich noch 4 andere Stuecke fuer mich zum singen…. und es war mitlerweile zu spaet einfach die ganze Sache abzusagen. Und so dachte ich mir, was solls? Die Leute siehst du eh nie wieder! Aber in Tatsache wurde es peinlicher als ich es mir je ertraeumt hatte! Ich meine die Lieder waren in Ordnung und haben eigentlich auch Spass gemacht, doch das Stueck war einfach nur grottenschlecht und hatte wirlich null handlung… Die Leute waren ein wenig geschockt wie dumm der Steward sich da anstellte und was er eigentlich fuer eine tolle Show versprach und dann sowas… Aber spaetestens beim Letzten Lied von Jorgen und mir waren alle Leute begeistert und das bloede Stueck war vergessen. Viele Leute kamen zu mir und sagten mir, sie haetten die lieder und meinen Gesang sehr genossen, was mich schon sehr freute :) Achja das letzte Lied „You can depend on me“, hat Steward mir dann gewidmet und das naechste mal wenn ich in Australien bin, schreibt er mir ein eigenes Musical.

:D Der Mann ist einfach verrueckt! Aber eigentlich ganz putzig… Wie er immer denkt, dass alle seine Arbeit bewundern und ihn respektieren… :) Ich fand ihn sehr amuesant und auch wenn er wie ein Wasserfall reden konnte, hab ich immer einen Weg gefunden ihm irgendwie zu entkommen ohne ihn gross zu enttaeuschen.

Ansonsten war Weihnachten… Anders! Ueber Heilig Abend ankerten wir in einer Bucht, umringt von gigantischen Gletschern. Wir hatten in der Observation Lounge ein riesen Weihnachtsfestmahl mit allem Drum und drann und dann gab es auch eine grosse Party mit Karaoke und einer Menge Spass! ich und Jorgen blieben mit unseren neuen Freunden bis zum morgen und dort fing es an zwischen unserer Jugendgruppe so eine richtig enge verbindung zu geben. :) Wir alle sind kaum von einander weggekommen und haben jede Minute gemeinsam, in unserer tollen Gruppe genossen.

:)

Die anderen Weihnachtstage waren auch schoen und an einem der Tage haben Jim, Jorgen und ich auch einige Weihnachtslieder mit Keyboard, Geige und Gesang fuer die Leute presentiert, was unglaublich gut bei den ganzen leuten ankam!

10. Rueckreise

So nach beinahe 6 Tagen auf der Antarktis ging es dann am 27. Auch wieder zurueck gen Suedamerika durch die Drake Passage und wieder war der Max seekrank… Allerdings nicht so schlimm wie bei der Hinreise. :) In den tagen ist nciht viel passiert, ausser das der Abschied am letzten Abend extrem traurig wurde! Am naechsten Morgen flossen dann auch einige tausende Traenen und versprechungen in Kontakt zu bleiben. Es bleibt nicht viel zu sagen ausser, dass es einfach der beste Trip war, den man sich nur vorstellen kann! und dass all die Naturwunder das schoenste ist, dass man mit seinen Augen nur sehen kann. ich liebe die Antarktis, und wenn ich je wieder die Chance habe dort hin zu fahren, werde ich sie ohne bedenken wahrnehmen. Wahnsinn!

Weitere Artikel ueber die Heimreise und Neujahr in Argentinien und Buenos Aires folgen!